Als ich meinen ersten 3D-Drucker kaufen wollte, war ich ziemlich verloren. Jeder empfiehlt andere Modelle, die Preisspanne ist riesig und viele Tipps klingen komplizierter, als sie eigentlich sind. Irgendwann habe ich gemerkt: Man braucht für den Start kein teures Profi-Setup. Ein gutes, zuverlässiges Anfänger-Paket bekommt man heute locker unter 300 Euro hin.
Hier zeige ich dir, was sich für mich bewährt hat und was ich selbst kaufen würde, wenn ich noch einmal bei null anfangen müsste.
1. Der 3D-Drucker – solide Geräte unter 300 €
Wenn du gerade einsteigst, mach es dir nicht unnötig schwer. Ein FDM-Drucker ist der beste Startpunkt: unkompliziert, günstig im Betrieb und ideal zum Lernen.
Wichtig ist aus meiner Sicht nur:
- beheiztes Druckbett
- halbautomatische oder automatische Nivellierung
- Ersatzdüsen leicht zu bekommen
- eine große Community, falls mal etwas hakt
Zwei Modelle, die preislich passen und zuverlässig laufen:
• Anycubic Kobra Go
Automatische Nivellierung, einfache Bedienung, sehr anfängerfreundlich.
• Creality Ender 3 V3 SE
Robust, ausreichend schnell, viele Ersatzteile verfügbar.
Beide liegen in der Preisklasse, in der man nicht viel falsch machen kann – und sie wachsen ein gutes Stück mit, bevor du überhaupt an ein Upgrade denkst.
2. Filament – für den Anfang am besten PLA
Für die ersten Wochen brauchst du kein exotisches Material. PLA ist sorgenfrei, riecht kaum, druckt fast immer zuverlässig und funktioniert mit sämtlichen Einsteiger-Druckern.
Gute Filamentmarken, die bei mir selten Probleme machen:
- Sunlu PLA+
- eSun PLA Pro
- Amazon Basics PLA (überraschend stabil)
Eine Spule reicht für viele kleine Projekte und Experimente.
3. Werkzeug – keine große Investition nötig
Hier kannst du wirklich sparen. Ein kleines Set reicht völlig:
- Seitenschneider für das Filament
- Spachtel oder Druckbett-Schaber
- ein paar Inbusschlüssel
- Pinzette für Fäden oder kleine Korrekturen
- Isopropanol, wenn du PEI oder Glas reinigst
Vieles davon liegt dem Drucker sogar schon bei.
4. Software – komplett kostenlos
Cura, PrusaSlicer oder OrcaSlicer – such dir einfach einen aus. Alle drei sind kostenlos, funktionieren gut und haben viele Profile für Einsteiger.
STL-Dateien findest du tonnenweise kostenlos auf:
- Printables
- Thingiverse
- Makerworld
Einfach herunterladen, in den Slicer werfen und loslegen.
5. Kleine Extras, die später Gold wert sind
Zwei Dinge lohnen sich wirklich:
- ein kleines Set 0,4-mm-Ersatzdüsen
- ein Klebestick oder Haftmittel für große Drucke
Das sind Kleinigkeiten, aber sie sparen dir Nerven, wenn du mal Warping oder eine verstopfte Düse hast.
Was kannst du mit diesem Setup drucken?
Eine ganze Menge – und wahrscheinlich mehr, als du anfangs glaubst:
- Organizer und Halterungen
- Mini-Werkzeugteile
- Handy- oder Controllerständer
- kleine Haushaltsersatzteile
- Figuren, Deko oder Geschenke
Die ersten „Wow“-Momente kommen meistens viel früher als erwartet.
Fazit: Gutes Einsteiger-Equipment muss nicht teuer sein
Mit einem Budget von rund 250–300 Euro hast du alles, was du für den Start brauchst: einen zuverlässigen 3D-Drucker, eine Spule Filament, Werkzeug und ein paar Kleinigkeiten für Notfälle. Der Rest kommt durchs Ausprobieren.
Wenn ich heute neu anfangen müsste, würde ich genau dieses Setup wieder kaufen.

