AMG GLE 53 Hybrid 2025 — ein Tag, ein Plug-in, viele Notizen

von Admin2025 | Sep. 26, 2025 | AMG

Ich bin kein Profi-Tester. Eher der Typ Hobby-Blogger mit zu vielen Ladekarten im Portemonnaie und einer Schwäche für Autos, die schnell sein können, aber im Alltag leise bleiben. Der AMG GLE 53 Hybrid stand Samstagfrüh vor meiner Haustür, tiefschwarz, 21-Zöller mit frischen Wassertropfen. Kein Prüfstand, keine Stoppuhr. Nur mein Standard-Loop: Stadt → Landstraße → Autobahn → Parkhaus → kurze Gravel-Zufahrt am See. Thermobecher? Ja.

07:08 Uhr – kühle Luft, feuchter Asphalt

9 °C, Niesel. Odo zeigt 6.3xx km. Kaltluftdruck 2,6/2,9 bar (v/h) auf sportlichen Ganzjahresreifen; notiert, weil ich’s mir sonst nie merke. Ladestand 82 % (laut Bordcomputer reicht das locker für die Vormittagsrunde). Sitz: tief genug, um sich „drin“ zu fühlen, hoch genug für Überblick. Die AMG-Sitze sind fest, aber nicht straf – Seitenhalt ohne Klammergriff.

Start: elektrisch. Kein Zucken, kein Grollen. Der GLE rollt wie auf Filzgleitern aus der Wohnstraße; die Nachbarn schauen nur, weil er groß ist, nicht weil er lärmt. Fahrprogramm Comfort, Reku auf stark, weil ich in der Stadt gern Ein-Pedal spiele.

AMG GLE 53 Hybrid in der Stadt: leise Sänfte mit echter Ein-Pedal-Option

Die ersten Kilometer sind genau das, was ich mir von einem Hybrid wünsche: lokal leise. Ampel grün, kurzer Tritt, die E-Maschine schiebt gleichmäßig, das große SUV fühlt sich kleiner an, als es aussieht. Im Schubbetrieb bremst die Reku spürbar – bis kurz vorm Stillstand, dann mischt sich die Bremse rein, ohne Gummibandgefühl. Lenkung: leicht, aber präzise genug, um Kanten sauber zu treffen.

Kleiner Aha-Moment: die AMG-Lenkradtasten (Touch-Flügel) für Reku und Fahrprogramme sind tatsächlich praktisch, wenn man sich dran gewöhnt. Einmal tippe ich daneben und lande im Sport-Modus – sofort mehr Schärfe im Pedal, ich tippe zurück. Lernkurve: kurz.

Im Stau auf der Ringstraße höre ich nur Reifenrauschen und Heizungsgebläse. Der Burmester-Sound füllt den Rest auf angenehme Weise – voluminös, ohne U-Boot.

Der AMG GLE 53 Hybrid auf der Landstraße: E-Boost trifft Reihensechser

Raus aus der Stadt, die Straße öffnet sich. Batterie noch gut 70 %, ich lasse es im Sport-Programm anrollen. Erst elektrisch, dann setzt der Sechszylinder zu – butterweich. Kein harter Ruck, eher ein Teppichwechsel. Jetzt kommt dieser AMG-Moment: du drückst ein bisschen tiefer, der Hybrid füllt das Turbolochthema einfach weg, und die Fuhre marschiert. Nicht mit Kanonenschlag, sondern wie ein starker Arm, der dich am Rücken anschiebt.

Die Neungang-Automatik hält im Sport-Programm klug den Gang; runter schaltet sie, wenn es Sinn ergibt, hoch nicht aus Nervosität. Die Schaltpaddel haben einen klaren Klick; nettes Detail: selbst wenn du manuell spielst, greift der Hybrid clever ins Drehmoment, da gibt’s keinen Hänger.

Fahrwerk: adaptiv und (in Sport) straffer, aber nicht polterig. Querfugen gibt’s hier genug – der GLE macht „plopp, plopp“, bleibt aber flach, das Wanken ist sehr gut im Griff. Für ein großes SUV erstaunlich neutral in langgezogenen Bögen. Du merkst die Masse, klar, aber sie ist geordnet.

AMG GLE 53 Hybrid Bremsen, Reku & Gewicht: sauber integriert

Hybrid-Bremsen können komisch dosieren. Hier nicht. Der Übergang Reku → Reibung ist sauber. Der erste Zentimeter Pedalweg gibt Information, dann baut sich Bremskraft linear auf. Einmal auf feuchtem Laub überbremst – ABS regelt kurz, souverän. Traktion aus dem Eck? Allrad macht seinen Job, die Elektronik zupft feinst, kein Traktions-Drama.

Der AMG GLE 53 Hybrid auf der Autobahn: Ruhe, Spurwechsel, echte Souveränität

Auffahrt nass, Lücke frei. Ich bleibe im Sport+ (nur um’s zu fühlen) – Kickdown, kurzer Summ-Ton vom E-Boost, dann setzt der Sechser nach. Das Tempo ist plötzlich da, ohne dass man eine Show aufführt. Bei 130–150 km/h steht der GLE satt; Seitenwindböe am Brückenaufgang? Ein Zucken, mehr nicht. Lenkung wird in der Mitte satter, gefällt mir.

Windgeräusche? Spiegel leicht hörbar, sonst erstaunlich wenig. Reifengeräusch bleibt auf gutem Asphalt zurückhaltend, auf gröberem Belag hörbar, aber nicht dröhnig. Der Head-up-Display ist mein Freund – Limits, Navi-Pfeile, alles da, wo der Blick ohnehin liegt.

Verbrauch? Ich fahre nicht mit Excel. Gefühl sagt: auf der Autobahn lebt man vom Sechszylinder; das ist okay. Die Batterie hebt man sich besser für Ausfahrten und Landstraße auf, wenn man die Bilanz hübsch halten will.

Kaffee, Laden, weiter

11:37 Uhr, 28 % SoC. Ich rolle an eine DC-Säule am Supermarkt. Stecker rein, Karte dran, zweistellige Minuten später bin ich im guten Mittelfeld der Batterie zurück. Real Talk: das ist kein reines E-Auto – ich lade gezielt, nicht dogmatisch. Für den Alltag passt das: morgens laden am Kabel in der Einfahrt, tagsüber Strom mitnehmen, wenn’s passt.

Ich kaufe zu viel Gebäck. Der Kofferraum lacht mich aus (viel Platz unterm Rollo), Netze halten alles fest, nichts fliegt.

Parkhaus & Rangieren: groß, aber nicht sperrig

Die Einfahrt ist eng. Rundum-Kameras mit 3D-Ansicht sind nicht Spielerei, sondern Gold wert. Die Lenkung bleibt im Schritttempo leicht, der Wenderadius ist besser, als die Außenmaße vermuten lassen. Der Bremshalteassistent hält brav an der Rampe, ohne zickige Rucke. Einziger Moment: die 21-Zöller melden Querfugen deutlicher als 20-Zoll – optisch top, komfortseitig „sportlich“. Ich könnte damit leben, aber wer viel Kopfstein fährt, nimmt eine Nummer kleiner.

Kurzer Abstecher: Schotter zum See

Nein, der GLE ist kein Offroader. Aber die Gravel-Zufahrt zum Seeparkplatz will ich fühlen. Comfort, Dämpfer weicher, zarter Gasfuß. Das große Auto entkoppelt gut, nix scheppert, nix knarzt. Ich bleibe gesittet, die Reifen danken’s. Zurück auf Asphalt: alles wieder still.

Innenraum, Haptik, MBUX – was sitzt, was nervt bei dem AMG GLE 53 Hybrid

Materialmix: weich, solide, wenig Klavierlack (yay), Metallteile da, wo die Hand oft hinfasst. Die AMG-Lenkradtasten brauchen 20 Minuten Gewöhnung, danach blind bedienbar. MBUX reagiert flott, versteht meine „Hey, bring mich zur Bäckerei am See“-Ansage, ohne nachzufragen. CarPlay läuft stabil.

Kleine Macke: Die Touch-Slider unter dem Bildschirm sind bei flacher Sonne etwas zielsuchend – ich mappe mir die wichtigsten Funktionen auf die Favoritenleiste und vergesse sie wieder. Sitzbelüftung + Heizung kombiniert? Ja, weil April. Funktioniert.

Verbrauch & Bilanz (ehrlich, nicht heroisch) AMG GLE 53 Hybrid

Morgens viel Stadt + Landstraße → fast rein elektrisch machbar, wenn man lädt. Autobahn → klarer Verbrenneranteil. Nach meinem Misch-Tag steht im Display ein Wert, der sich vernünftig anfühlt (unter 10 l/100 km mit reichlich E-Anteil; rein elektrisch in der Stadt klar einstellig kWh). Wichtiger als die Zahl: Ich habe nicht in Prozenten gedacht, sondern in Zielen. Genau so will ich Hybrid fahren.

Kleine Liste, die man erst nach einem Tag schreibt

  • Bremspedalgefühl: top integriert, keine Stufe zwischen Reku und Reibung.
  • Seitenstütze: der Seitenständer-Moment lässt sich beim großen SUV als „Park“ übersetzen – der Wählhebel rastet knackig ein, Haptik stimmt.
  • Lenkradheizung: schnell warm, gleichmäßig.
  • Spiegel: groß genug, bleiben auch bei Tempo ruhig.
  • Assistenz: Spurführung hilft, aber diktiert nicht – höfliche Nanny.
  • Ambientelicht: nachts angenehm, kein Club.

Kleines „meh“: Die Touchflächen am Lenkrad reagieren manchmal auf Handschuhkontakt. Passiert selten, nervt kurz.

Was ich an dem AMG GLE 53 Hybrid ändern würde (und was bleibt)

Ändern: Für Winter und Kopfstein 20-Zoll statt 21. Eine matte Folie auf die glänzendste Zierleiste (Fingerabdruck-Friedhof). Und ich lege mir die Reku-Stufe auf einen festen Shortcut, damit ich zwischen Stadt und Land ohne Nachdenken switchen kann.

Bleibt: Sitzposition, Fahrwerksabstimmung Comfort/Sport, die Kombi aus E-Boost + Sechser – genau diese Mischung macht’s. Burmester auf „Studio“, Bass zwei Klicks runter.

Für wen der AMG GLE 53 Hybrid Sinn ergibt

Für Leute, die jeden Tag komfortabel unterwegs sein wollen, am Wochenende aber ernsthaft Tempo können – ohne Auspufftheater, ohne Range-Panik. Wer eine große Familie oder viel Kram hat, aber keinen Bus will. Wer den Luxus schätzt, morgens elektrisch durch die Stadt zu gleiten und mittags den Sechszylinder für die Landstraße zu wecken.

Wenn du nur Zahlen sammeln willst, nimm ein reines BEV. Wenn du nur Lärm willst, nimm was ohne E. Wenn du beides willst – gleiten & ziehen – ist das hier sehr nah dran an ideal.

Fazit nach einem Tag mit dem AMG GLE 53 Hybrid

Gegen Abend merke ich, dass ich seit einer Stunde nichts mehr „getestet“ habe. Ich fahre einfach: Einlenkpunkte zählen, leises Surren im Helm, ein kurzes Grummeln vom Sechser, wenn die Wiese aufmacht. Der AMG GLE 53 Hybrid hat das Kunststück geschafft, zwei Autos in einem zu sein, ohne Spagat-Schmerzen: Sänfte in der Stadt, Sprintfähig auf der Landstraße.

Würde ich ihn nehmen? In schwarz, mit 20-Zoll, Sitzbelüftung, Burmester, fester Reku-Taste – ja. Und mit einer Regel: morgens laden, nachmittags fahren, abends grinsen. Genau in der Reihenfolge.

Innenansicht (Cockpit) AMG GLE 53 Hybrid

AMG GLE 53 Hybrid Innenansicht (Cockpit)

AMG GLE 53 Hybrid YouTube-Videos

2025 Mercedes AMG GLE53 (544hp) – Sound & Visual Review!

Sonstiges

AMG GLE 53 Hybrid Hersteller Webseite