Wer frisch in den 3D-Druck einsteigt, stolpert schnell über Wörter, die klingen, als hätte jemand zu viel Zeit in einer Werkstatt verbracht. Extruder, Layerhöhe, Brim, Retraction – das wirkt erst einmal wie eine eigene Sprache.
Dabei steckt hinter den meisten Begriffen etwas ziemlich Einfaches. Man muss es nur einmal in normalen Worten hören.
Ich gehe hier die wichtigsten Begriffe durch, so wie man sie einem Freund erklären würde, der gerade seinen ersten Drucker ausgepackt hat. Ohne Fachchinesisch, ohne Drama.
1. Filament – der „Druckstoff“
Das ist im Grunde der Kunststofffaden, den dein Drucker verarbeitet. PLA, PETG, TPU … all das sind nur unterschiedliche Sorten.
Du kannst es dir vorstellen wie die „Patrone“ im 3D-Druck – ohne Filament passiert gar nichts.
2. Extruder – der Teil, der das Filament verarbeitet
Der Extruder ist das Herzstück. Er führt das Filament zur heißen Düse und sorgt dafür, dass es gleichmäßig geschmolzen und aufgetragen wird.
Wenn man einen 3D-Drucker „hören“ könnte, würde man sagen: Der Extruder ist die Stimme.
3. Nozzle (Düse) – hier kommt das Material raus
Durch diese kleine Öffnung wird das geschmolzene Filament gepresst.
Die Standardgröße ist 0,4 mm – das bestimmt, wie fein ein Modell werden kann und wie lange der Druck dauert.
4. Layerhöhe – die Dicke einer einzelnen Schicht
Dieser Begriff ist wichtig, weil er direkt mit der Qualität zu tun hat.
Kleinere Layerhöhe → feineres Ergebnis
Größere Layerhöhe → schnellerer Druck
So einfach ist das.
5. Druckbett – die Fläche, auf der dein Modell entsteht
Auch „Build Plate“ oder „Bed“ genannt.
Wenn die erste Schicht nicht gut hält, liegt es fast immer am Bett: zu fettig, zu kalt oder schlecht gelevelt.
6. Nivellierung – das Ausrichten des Druckbetts
Es klingt komplizierter, als es ist.
Das Bett muss einfach nur so stehen, dass der Abstand zwischen Düse und Oberfläche überall ungefähr gleich ist.
Wenn das passt, ist die erste Schicht halb gewonnen.
7. Slicer – das Programm, das dein Modell übersetzt
Ein Slicer nimmt dein 3D-Modell und „schneidet“ es in Schichten (Layers).
Cura, PrusaSlicer oder OrcaSlicer sind die bekanntesten Programme.
Sie geben dem Drucker die Anweisungen: Geschwindigkeit, Temperatur, Bewegungswege – alles kommt vom Slicer.
8. STL – das Dateiformat deiner Modelle
Die meisten 3D-Modelle liegen als STL-Dateien vor.
Das ist quasi die Rohversion, die später im Slicer verarbeitet wird.
9. Retraction – das Zurückziehen des Filaments
Wenn der Drucker von Punkt A zu Punkt B fährt, soll kein Material tropfen.
Retraction ist die Einstellung, die dafür sorgt, dass sich das Filament kurz zurückzieht.
Zu wenig Retraction → Fäden
Zu viel Retraction → Verstopfungsgefahr
10. Brim, Skirt & Raft – kleine Helfer für die erste Schicht
Diese drei Begriffe tauchen oft gemeinsam auf:
- Skirt: ein paar Linien um das Modell herum, zum Durchspülen der Düse
- Brim: ein dünner „Rand“, der dem Modell beim Haften hilft
- Raft: eine komplette Unterbauschicht, wenn das Modell schwierig steht
Die meisten Anfänger brauchen erst einmal nur Brim oder Skirt.
11. Infill – wie voll dein Modell innen ist
Du druckst selten „massiv“.
Typisch sind 10–20 % Infill mit einem hübschen, wabenartigen Muster.
Mehr Infill macht das Teil stärker, aber dauert länger.
12. Z-Achse – die Höhe des Druckers
Wenn man von „Z-Wobble“ liest, meint man oft kleine Fehler, die durch ungenaue Höhenbewegungen entstehen.
Die X- und Y-Achsen sind die Bewegungen nach links/rechts und vorne/hinten.
13. Warping – das nervige Hochrollen der Ecken
Besonders bei Materialien wie ABS passiert es, dass sich eine Ecke des Modells nach oben biegt.
Liegt meistens an kalter Umgebung oder zu wenig Haftung.
14. Filament-Feeder – der „Vorschub“
Hier wird das Filament eingezogen und an die Düse weitergeleitet.
Wenn der Feeder schlapp macht, sieht man es sofort am Druck.
15. G-Code – die Sprache des Druckers
Es ist eine einfache Liste aus Befehlen.
Beweg dich dorthin, heize auf diese Temperatur, extrudiere so viel Filament…
Dein Drucker versteht nur G-Code – alles andere wird vorher konvertiert.
Fazit
Viele Begriffe wirken im ersten Moment wie Fremdwörter.
Aber sobald du ein paar Drucke hinter dir hast, ergibt das alles ein erstaunlich klares Bild.
Der 3D-Druck ist weniger kompliziert, als die Sprache drumherum vermuten lässt.
Und je mehr du selbst ausprobierst, desto schneller füllen sich diese Begriffe mit echtem Verständnis.
Mini-FAQ
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Filament, Extruder, Nozzle, Layerhöhe und Druckbett. Diese bestimmen maßgeblich, wie dein Drucker arbeitet.
Was bedeutet Layerhöhe beim 3D-Druck?
Die Layerhöhe gibt an, wie dick eine einzelne Schicht des Drucks ist. Kleine Layerhöhen erzeugen feine Details, größere Layerhöhen beschleunigen den Druck.
Was ist ein Slicer im 3D-Druck?
Ein Slicer ist ein Programm, das dein 3D-Modell in Schichten zerlegt und den G-Code für den Drucker erstellt. Beispiele: Cura, PrusaSlicer und OrcaSlicer.
Wofür sind Brim, Skirt und Raft da?
Sie verbessern die Haftung auf dem Druckbett und helfen bei der Vorbereitung der ersten Schicht. Brim sorgt für zusätzlichen Rand, Skirt reinigt die Düse, Raft baut eine Unterlage unter dem Modell auf.
Warum ist Infill wichtig?
Das Infill bestimmt, wie voll ein Modell innen ist. Mehr Infill bedeutet mehr Stabilität, aber längere Druckzeiten.

