Erster 3D-Druck – Schritt-für-Schritt Anleitung

Nov. 30, 2025 | 3D Drucker

Der Moment, in dem ein 3D-Drucker das erste Mal zum Leben erwacht, fühlt sich ein bisschen an wie Magie. Man hat vorher Schrauben angefasst, ein Profil ausgewählt, Filament geladen – und plötzlich bewegt sich das Gerät, als wüsste es genau, was zu tun ist.

Damit dein erster Druck nicht in einem kleinen Plastik-Drama endet, sondern sauber gelingt, findest du hier eine Anleitung, die wirklich aus der Praxis kommt. Keine Roboter-Sprache, keine Fachbegriffe ohne Erklärung – einfach alles der Reihe nach.

1. Platz schaffen – der Drucker braucht eine ruhige Ecke

Bevor irgendwas gedruckt wird, sollte der Drucker stabil stehen.
Ein wackeliger Tisch oder vibrierender Untergrund macht dir später das Leben schwer.
Ein ruhiger, fester Platz reicht völlig.

Wenn du etwas Platz um den Drucker hast, um später Filament zu wechseln oder das Bett zu reinigen, ist das ein Bonus.

2. Druckbett reinigen – winzige Fingerabdrücke, große Wirkung

Viele Einsteiger unterschätzen, wie empfindlich die erste Schicht ist.
Ein bisschen Hautfett auf dem Druckbett – und schon hebt sich das Modell an einer Ecke ab.

Die einfache Lösung:

  • Glasbett: etwas Isopropanol (oder Spülmittel + Wasser)
  • PEI-Platte: Isopropanol oder warmes Wasser
  • niemals Weichspüler oder fettige Tücher

Wenn die Oberfläche quietscht oder matt wirkt, ist sie bereit.

3. Nivellieren – die wichtigste Vorbereitung überhaupt

Ganz egal, ob dein Drucker automatisch oder manuell nivelliert:
Bevor der erste Druck startet, muss der Abstand zwischen Düse und Bett stimmen.

Bei Auto-Leveling einfach den Prozess starten.
Bei manuellen Druckern:

  • Papier zwischen Bett und Düse
  • leichte Reibung spüren, aber nicht festklemmen
  • an allen vier (oder fünf) Punkten wiederholen

Klingt simpel, entscheidet aber über Erfolg oder Frust.

4. Filament laden – warm werden lassen und prüfen

Jetzt kommt das Material ins Spiel.
Du heizt die Düse auf die passende Temperatur (meist 200–210°C für PLA), drückst das Filament langsam in den Extruder und wartest, bis es sauber herausfließt.

Wenn das Material klar und gleichmäßig extrudiert, bist du bereit.

Pro Tipp:
Schneide das Filamentende leicht schräg an.
Das Einführen geht viel leichter.

5. Das erste Modell auswählen – nimm etwas Einfaches

Viele starten mit etwas zu Kompliziertem und wundern sich dann über Probleme.
Für den ersten Druck reicht ein kleines, flaches Modell:

  • ein kleiner Würfel
  • eine Testplatte
  • ein einfacher Halter
  • Benchy (nur wenn du willst, aber für die ersten 10 Minuten etwas ambitioniert)

Je einfacher, desto besser kannst du beobachten, was der Drucker tut.

6. Slicer öffnen – Profil laden und nichts übertreiben

Der Slicer ist das Programm, das deinem Drucker sagt, wie er sich bewegen soll.
Damit es einfach bleibt: Wähle ein fertiges Profil für deinen Drucker.

Das bedeutet:

  • richtige Temperatur
  • passende Geschwindigkeit
  • sinnvolle Layerhöhe
  • funktionierende Retraction

Du musst am Anfang nichts anpassen.
Im Gegenteil: Je weniger du veränderst, desto besser kannst du später lernen, was welchen Effekt hat.

7. Druck starten – und ja, du bleibst erstmal daneben

Die Wahrheit:
Der wichtigste Teil eines Drucks passiert in den ersten 2–3 Minuten.

Behalte im Blick:

  • haftet die erste Schicht?
  • presst die Düse genug Material?
  • kratzt sie über das Bett?
  • entstehen kleine Würste oder Lücken?

Wenn die erste Schicht perfekt aussieht, hast du 80 % des Erfolgs schon geschafft.

8. Nicht anfassen, nicht pusten, nicht „helfen“

Viele Anfänger wollen dem Drucker helfen – aber jeder Eingriff während der ersten Schicht führt eher zu Problemen.
Lass ihn einfach arbeiten. Der Drucker weiß, was er tut.

9. Nach dem Druck – abkühlen lassen

Gerade auf Glas oder PEI löst sich das Modell oft erst nach dem Abkühlen von selbst.
Nicht mit Gewalt abreißen.
Das Risiko, das Bett zu beschädigen, ist sonst deutlich höher.

Wenn der Druck kalt ist, rutscht er fast von allein herunter.

10. Erste Erfolgskontrolle – nicht pingelig werden

Der erste Druck wird selten perfekt, und das ist völlig normal.
Wichtig ist nur:

  • hält das Modell zusammen?
  • ist die erste Schicht sauber?
  • gibt es grobe Fäden oder Klumpen?
  • ist die Form erkennbar?

Feinheiten kommen später.
Wenn dein erstes Teil solide aussieht, hast du schon gewonnen.

Fazit

Der erste 3D-Druck fühlt sich immer ein bisschen wie ein Experiment an – und genau das macht ihn spannend.
Wenn du die Grundlagen einhältst, ist der Rest nur Übung.
Jeder Druck, egal wie gut oder schlecht, bringt dir etwas bei.

Nach ein paar Tagen verstehst du deinen Drucker besser als jede Anleitung, und dann beginnt der eigentliche Spaß: Projekte, Ideen, Verbesserungen – und der Moment, in dem du sagst: „Okay, ich kann das.“

Mini-FAQ (Google-optimiert & natürlich)

Was sollte man vor dem ersten 3D-Druck beachten?

Der Drucker sollte stabil stehen, das Druckbett muss sauber sein und die Nivellierung sollte stimmen. Diese drei Punkte entscheiden über ein gutes Ergebnis.

Welches Modell eignet sich für den ersten Druck?

Am besten ein kleines, einfaches Testobjekt wie ein Würfel oder eine flache Platte. Sie zeigen schnell, ob die Einstellungen passen.

Wie wichtig ist die erste Schicht?

Extrem wichtig. Wenn die erste Schicht sauber haftet und gleichmäßig extrudiert wird, läuft der Rest des Drucks meist problemlos.

Sollte man den Druck während der ersten Schicht beobachten?

Ja. Die ersten Minuten sind entscheidend. Danach kann man den Drucker meist problemlos weiterarbeiten lassen.

Was tun nach dem fertigen Druck?

Das Modell erst vollständig abkühlen lassen. Viele Teile lösen sich dann fast von selbst vom Bett.