Wer ein paar Wochen mit dem 3D-Drucker gearbeitet hat, landet früher oder später bei derselben Frage: Soll ich weiter mit PLA drucken – oder lieber direkt auf PETG umsteigen?
Beide Materialien gehören zu den beliebtesten im FDM-Druck, aber sie verhalten sich unterschiedlich. Und je nach Projekt kann das eine deutlich besser passen als das andere.
Um dir die Entscheidung leichter zu machen, schauen wir uns PLA und PETG einmal aus der Praxis an — also so, wie man sie beim Drucken wirklich erlebt.
PLA – der unkomplizierte Allrounder
PLA ist wie der Kumpel, der nie Stress macht. Es funktioniert einfach. Du lädst das Filament, startest den Druck, und in den meisten Fällen kommt etwas heraus, das man guten Gewissens zeigen kann.
Warum PLA so beliebt ist:
- druckt fast auf jedem Drucker ohne große Anpassungen
- verzieht sich kaum
- haftet leicht auf gängigen Druckbett-Oberflächen
- riesige Farbauswahl
- sehr gute Detailgenauigkeit
PLA ist perfekt für:
- Dekoobjekte
- Figuren
- einfache Halterungen
- Organizer
- Prototypen
Wenn man frisch einsteigt, sieht PLA fast immer besser aus als die ersten Drucke mit PETG — einfach, weil es weniger zickig ist.
PETG – das robuste Material für Alltagsteile
PETG wirkt im ersten Moment wie der große Bruder von PLA: ein bisschen stärker, ein bisschen belastbarer, ein bisschen hitzefester.
Für funktionale Teile ist es oft die vernünftigere Wahl.
Vorteile von PETG:
- deutlich robuster als PLA
- hält Wärme besser aus (ca. 70–80°C statt 55–60°C)
- bricht weniger schnell
- ideal für Teile, die etwas aushalten müssen
- leicht flexibel statt spröde
Typische PETG-Projekte:
- Halterungen im Bad, Auto oder Keller
- Werkstattzubehör
- Ersatzteile
- Outdoor-Gegenstände (nicht dauerhaft, aber deutlich besser als PLA)
Der Nachteil: PETG ist beim Drucken „gesprächiger“. Es zeigt dir viel stärker, wenn ein Wert nicht passt.
Die größten Unterschiede aus der Praxis
1. Druckverhalten
- PLA: Starten, laufen lassen, fertig.
- PETG: braucht Feintuning – vor allem bei Retraktion und Druckgeschwindigkeit.
2. Stringing („Fädenziehen“)
- PLA: meist kein Thema.
- PETG: macht Fäden, wenn die Einstellungen nicht perfekt sind.
3. Haftung
- PLA: haftet gut, löst sich aber oft leichter wieder.
- PETG: klebt manchmal zu gut → Vorsicht bei Glasplatten, sonst entstehen Abplatzungen.
4. Stabilität
- PLA: hart, aber spröde – ein Sturz auf den Boden kann es brechen lassen.
- PETG: stabil, zäh und leicht flexibel → perfekt für Alltagsbelastung.
5. Temperaturbeständigkeit
- PLA: kann sich im Sommer im Auto verformen.
- PETG: bleibt stabil.
6. Optik
- PLA: sehr saubere und glatte Oberflächen
- PETG: leicht glänzend und weniger perfekt definiert, wenn die Einstellungen nicht stimmen.
Wann solltest du PLA verwenden?
PLA ist die beste Wahl, wenn du:
- neu im 3D-Druck bist
- dekorative Modelle druckst
- schnelle und stressfreie Ergebnisse möchtest
- nicht bei 35°C Außentemperatur Teile im Auto liegen lässt
- viele Farben oder spezielle Optiken möchtest (Silk, Marble, Wood, etc.)
PLA sorgt für die schönste Optik bei geringstem Aufwand.
Wann solltest du PETG verwenden?
PETG ist perfekt, wenn du:
- funktionale Teile brauchst
- Halterungen oder Ersatzteile druckst
- höhere Temperaturbeständigkeit benötigst
- ein Material willst, das nicht einfach bricht
- ein bisschen Erfahrung gesammelt hast
PETG ist das bessere Material für Dinge, die den Alltag aushalten müssen.
PLA vs. PETG – welches ist nun besser?
Es gibt keine klare „besser oder schlechter“-Antwort.
Es kommt darauf an, was du drucken möchtest.
Wenn du Wert auf Optik, Einfachheit und Geschwindigkeit legst → PLA.
Wenn du stabile, langlebige und praxistaugliche Teile willst → PETG.
Viele Maker starten mit PLA und steigen nach ein paar Wochen auf PETG um.
Genau das ist auch der sinnvollste Weg: erst lernen, dann erweitern.
Mini-FAQ: PLA vs. PETG
Was ist der Unterschied zwischen PLA und PETG?
PLA ist einfacher zu drucken und liefert sehr saubere Oberflächen. PETG ist robuster, hitzebeständiger und flexibler, benötigt jedoch etwas feinere Einstellungen beim Drucken.
Welches Filament ist besser für Anfänger – PLA oder PETG?
Für Anfänger ist PLA besser geeignet, da es schneller gute Ergebnisse liefert und kaum Probleme beim Drucken macht. PETG lohnt sich, sobald man stabile Alltags- oder Funktionsteile benötigt.
Ist PETG stabiler als PLA?
Ja. PETG ist zäher und bricht weniger schnell. Außerdem hält es höhere Temperaturen aus, was es ideal für Halterungen, Werkstattteile oder funktionale Einsätze macht.
Kann man PETG auf jedem 3D-Drucker drucken?
Grundsätzlich ja, aber PETG braucht etwas höhere Temperaturen und präzisere Einstellungen bei Retraktion und Druckgeschwindigkeit. Ein beheiztes Druckbett ist Pflicht.
Wann sollte man PLA verwenden?
PLA eignet sich für Dekoobjekte, Figuren, Prototypen und alles, was keine große Hitze oder Belastung abbekommt. Es ist ideal, wenn man ohne viel Feintuning drucken möchte.

